HAUTNAH feat. BMLN

HAUTNAH feat. BMLN
Jan
25

HAUTNAH feat. BMLN

HAUTNAH feat. BMLN

“Für die 99Damage-Liga wünsche ich mir, dass wir die Playoffs erreichen und einigen Teams zeigen, dass doch nicht alles so klar ist, wie sie denken 😉.”

Herzlich willkommen zur zweiten Folge von HAUTNAH. Auch dieses Mal heißt es wieder: Wir sagen #kennekeinen den Kampf an!

In unserer heutigen Folge stellen wir Euch den neuen Ingameleader der Playing Ducks vor. Lorand „BMLN“, der in der letzten Season mit den WiseWizards den Doppelaufstieg schaffte, glaubt auch an eine erfolgreiche Zeit bei den Playing Ducks. Im Interview spricht er über sein Privatleben, seine Ambitionen und seine Aufgaben als Ingameleader.

Wer ist Lorand „BMLN“ Banki?

As always: Stell Dich bitte vor.

Ja hallo, ich bin der Lorand, 22 Jahre alt und unter dem Alias „BMLN“ bekannt. Fälschlicherweise kursieren auch noch andere Namen für mich in der Szene, z.B. „bummeln“. Weitere Namen werde ich an dieser Stelle mal lieber nicht nennen, obwohl es da noch einige gibt. In der letzten Season habe ich bei den WiseWizards gespielt und dort jeweils den Aufstieg in die 1. Division der ESLM und 99Damage-Liga geschafft. In der bevorstehenden Season werde ich als Caller bei den Playing Ducks spielen.

Einige kennen Dich womöglich aus deiner Zeit bei den WiseWizards. Fangen wir mal früher an: Wie bist Du überhaupt zu CS gekommen?

Zu CS bin ich ziemlich „random“ gekommen. Wie man es eben so kennt, hat man früher halt mal am PC gezockt. Ich hab dann irgendwann mal mit Shootern angefangen. Mein erstes Spiel war Call of Duty 4. Nach einiger Zeit kamen dann eben weitere Spiele dazu.

Ich glaube, als ich 14 war, hatten meine Freunde und ich uns damals CSS gekauft und dann eben auf Publicservern gedaddelt – wie das eben so läuft. Als dann CS:GO rauskam, hab ich mir das natürlich gekauft und bin dann darauf hängengeblieben.

Offline und abseits des Servers – oder: einfach nur Lorand.

Wie wichtig ist Dir die Balance zwischen Reallife und eSport?

Sehr wichtig. Ich studiere „nebenbei“ und meistens geht der Vormittag dann auch für das Studium drauf. Ich versuche, das wirklich strikt zu trennen. Bis zum Nachmittag befasse ich mich wirklich nur mit meinem Studium, um da meine ganzen Sachen fertigzubekommen. Abends stehen dann die Praccs an. Da wir feste Zeiten haben, kann ich das gut planen und dafür sorgen, dass mir da nichts dazwischen kommt.

Am Wochenende gibt es – so wie man es von einem Studenten erwarten darf – eher nicht so viel CS.

Vor den Praccs versuche ich auch eigentlich immer, noch ins Fitnessstudio zu gehen, um mir einen zusätzlichen Ausgleich zu ermöglichen. Einfach mal den Kopf frei bekommen, das ist mir echt wichtig.

Wie steht Dein Umfeld und vor allem wie stehen Deine Eltern zu Deinem “Hobby”?

Meine Eltern wissen das und nehmen das seit etwa einem Jahr auch etwas besser auf, allerdings unterstützen sie mich dahingehend eher weniger. Für sie macht es dann auch keinen Unterschied, dass ich etwas Geld mit CS verdiene. „In der Zeit könntest du lieber als Programmierer tätig sein!“ ist einer der Vorwürfe, die ich mir dann anhören darf. Sie verstehen es jetzt zwar mittlerweile, aber von Motivation und richtiger Unterstützung kann man da nicht reden. Sie erwarten eher von mir, dass ich zügig meinen Abschluss bekomme. Den Bachelor habe ich dann auch hoffentlich nächstes Jahr…

Was meine Freunde angeht: Die meisten wissen das tatsächlich und nehmen das auch entspannt auf. Manche finden es auch ganz cool und erwähnen es mal auf einer Party.

Hast Du überhaupt mal daran gedacht, Profispieler zu werden bzw. auf diesem Niveau zu spielen?

Als ich angefangen habe, war das überhaupt kein Gedanke von mir. Wenn man es so will, dann hat ja jedes Kind bereits „gezockt“ – ob das dann Pokemon mit 8 war, spielt ja eigentlich keine Rolle. In dem Alter denkt man ja nicht daran, irgendein Spiel mal professionell zu spielen. Auch als ich mit CS:GO angefangen habe, war das eigentlich kein Thema für mich. Natürlich habe ich das Geschehen verfolgt und mir z.B. mal ein Major angeschaut.

2014 habe ich dann das Ganze auf der Gamescom erst richtig mitbekommen und mich seitdem dann auch dafür interessiert.

Wäre Fulltime eine Option für Dich?

Eigentlich eher nicht. Das hängt halt vor allem von der zeitlichen Schiene ab. Ich müsste dann schon direkt nach meinem Bachelorabschluss ein Angebot erhalten, sodass ich dann gleich einsteigen könnte. Das wäre – wenn überhaupt – der ideale Einstiegspunkt, weil ich mich nach meinem Abschluss ja auch nach Jobs umschauen werde. Arbeit und Fulltime-CS würde nicht zusammenpassen.

COUNTER-STRIKE:GLOBAL OFFENSIVE – BMLN ALS ANSAGER

Wir haben vorhin von “Hobby” gesprochen. Ist CSGO überhaupt noch ein Hobby für dich?

Ja, auf jeden Fall. Mit einem Hobby verbinde ich eigentlich immer etwas, was mir Spaß bereitet. CS:GO zocke ich, weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich dafür Geld bekomme. Seit der letzten Season merke ich aber auch, dass die ganzen strukturierten Abläufe deutliche Parallelen zu einem normalen Beruf aufweisen. Man daddelt halt einfach nicht mehr nur rein.

Worauf kommt es an, wenn man in CS:GO gut werden möchte? Veranlagung, Training, oder beides? (Stichwort: erlernbar?)

Das kommt immer auf den Bereich an, in dem man gut werden möchte. Ich finde, dass gerade die Position des Callers nicht ausreichend wertgeschätzt wird, obwohl da extrem viel Arbeit dahintersteckt. Natürlich kommt es auch auf das Aiming und die Einzelperson an, aber als Caller muss man eben analysieren können, warum es im Team mal nicht läuft. Was machen andere? Warum klappt das bei denen und nicht bei uns? Das sind alles Fragen, die man sich stellen muss.

Auch der Faktor Zeit ist entscheidend: Als Caller kommt da eben schon relativ viel zusammen. Generell würde ich sagen, dass jeder sich selbst immer verbessern kann, vor allem sein Aiming,  z.B. durch Deathmatch.

Hast Du als IGL also mehr Arbeit? Schaust Du mehr Demos als die anderen?

Das Gute bei uns ist, dass die Rollen im Team sehr gut verteilt sind. Jeder ist sich eigentlich bewusst, was er leisten muss. Auch FrosTy trägt da einen großen Teil dazu bei, da er mir auch immer hilft, wenn ich mal nicht so viel Zeit habe. Gerade jetzt in der Prüfungsphase ist das sehr hilfreich.

Als Caller ist es halt so, dass es nicht nur um dich selbst geht, sondern du verstehen musst, was deine Teammates im Spiel machen. Ich schaue mir Demos an und analysiere, wie die Calls zustande kommen und ob sie gut sind. Dabei ist dann für mich persönlich weniger wichtig, wie das Ergebnis aussieht, sondern tatsächlich wie der Call an sich war.

Zusammengefasst ist es nicht unbedingt mehr Arbeit, aber andere Arbeit, da man das Spiel auf Grundlage anderer Faktoren betrachtet.

Worin siehst Du Deine persönlichen Stärken und Schwächen? Was möchtest Du noch verbessern?

Momentan versuche ich wieder, auf ein anständiges Level zu kommen. Vor allem mit meinem Aiming bin ich derzeit überhaupt nicht zufrieden.

Was ich glaube ich ganz gut kann, ist meinen Mates zu helfen, also sie z.B. in Position zu bringen.

BMLNS KARRIERE UND ZIELE

Was bedeutet es für Dich, bei den Playing Ducks zu spielen?

Zum einen ist es natürlich sehr angenehm, da die Playing Ducks sehr bekannt sind und sich fest im deutschen eSport etabliert haben. Zum anderen profitiere ich persönlich natürlich von der Möglichkeit, einen Analysten und Team-Manager zu haben, die uns beide aus dem Hintergrund unterstützen. Auch die Leitung der Playing Ducks unterstützt uns sehr gut und man merkt, dass sie wirklich dahinterstehen und sie alles daran setzen, die Orga voranzutreiben. Das Umfeld ist sehr professionell und das macht es mir einfacher, mich auf CS zu konzentrieren, also wirklich nur auf meine Aufgaben.

Worin liegen die Unterschiede zwischen den WiseWizards und den Playing Ducks?

Zu den Playing Ducks kann ich logischerweise nicht allzu viel sagen, da ich noch nicht so lange hier spiele. Vielleicht sage ich einfach, wie es bei den WiseWizards in der letzten Season war. Dort war das Ganze wirklich sehr nah beieinander, wenn man das so sagen kann. Ph1do war halt nicht nur CEO, sondern auch so öfters dabei. Er hat immer versucht, uns zu helfen, wenn es z.B. mal Streitigkeiten gab.

Bei den Playing Ducks merke ich auf alle Fälle, dass die Strukturen sehr professionell und geordnet sind. Das merkt man auch an unserem Team, da jeder genau weiß, was er zutun hat.

Wie würdest Du Euer jetziges Lineup einschätzen?

Ich halte von den Spielern hier recht viel. Ich denke, wenn wir so arbeiten, wie wir es uns vorgenommen haben, dann bekommen wir die Vorbereitung gut hin. Für die neue Season sind wir dann auch gerüstet. Sobald wir die Strukturen verfeinert haben, sehe ich keinerlei Bedenken, dass wir gute Matches liefern werden.

Was sind Deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?

Bezogen auf das Team: Ich erhoffe mir, dass wir wieder in die 1. Division der ESLM aufsteigen. In der darauffolgenden Season möchte ich dann versuchen, auf die Offline-Finals zu kommen. Für die 99Damage-Liga wünsche ich mir, dass wir die Playoffs erreichen und einigen Teams zeigen, dass doch nicht alles so klar ist, wie sie denken 😉.

Bezogen auf mich: Ich möchte einfach nur eine gute Season spielen und das leisten, was ich von mir erwarte.

Mein Traum: Ich würde unheimlich gerne mal hören, wie gob b ansagt. Einfach mal hören, wie er callt – als TS-Aufnahme oder so.

 

About Adrian Wolter